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Die neue Inselkapelle und die Pechmann-Fresken

Doch der Abbruch der Inselkirche sollte nicht das endgültige Ende der Gotteshäuser auf der Insel Wörth markieren: Im Jahr 1838 wurde die heutige Kapelle auf der Insel errichtet, um an die große kirchliche Vergangenheit der Wörth zu erinnern. Gestiftet wurde diese von den damaligen Besitzern der Insel, den Brüdern Franz von Paula Utzschneider und Josef von Utzschneider.

In der Folge wechselten die Eigentümer der Insel immer wieder, da nicht alle mit ihrem Besitz verantwortungsvoll umgingen. So soll insbesondere der zeitweise Eigentümer Heinrich Stiglmaier laut Überlieferungen von Ferdinad von Miller jun. verschwenderisch gewirtschaftet haben:
 

„Aber schon nach einigen Jahren kam er mit seiner Frau zu meinem Vater, kniete auf dem Boden und hob die Hände auf. Wir waren alle gerade bei Tisch. Es war schrecklich für uns. Er beschwor meinen Vater, ihm zu helfen, sonst würde das Vieh von der Insel weggetrieben. Mein Vater hielt es nicht für möglich, dass schon wieder kein Geld mehr da sei. Stiglmaier hatte es in der Lotterie verspielt. Nun hat ihm mein Vater die Insel abgekauft.“ (Erinnerungen von Ferdinand von Miller jun.)

1856 kaufte wie beschrieben der Münchner Erzgießer Ferdinand von Miller (sen.) die Insel Wörth. Er gab1866 dem Maler Heinrich Freiherr von Pechmann den Auftrag, die Kapelle mit den sechs historischen Fresken zu bemalen, die die wechselvolle Geschichte der Insel Wörth darstellen sollten und die dort bis heute zu sehen sind.

1866 verkaufte Ferdinand von Miller sen. die Insel wiederum an Ludwig Brey, den Besitzer der Löwen-Brauerei – wenn auch nicht ganz freiwillig. Nachdem der ursprüngliche Eigentümer unglücklich über das mühselige Leben war, wollte er eines Tages die Insel spontan verkaufen, überlegte es sich dann doch wieder anders. Jedoch:
 

„Seit der Begegnung meines Vaters mit Herrn Brey war ein Jahr vergangen. Niemand dachte mehr an einen Verkauf. Da saßen wir einmal bei Tisch. Ein Kahn kam angefahren. ‘Um Gottes willen, das ist Herr Brey mit seiner Frau!’
Brey stieg aus. ‘Wir brauchen gar nicht mehr darüber reden. Die Insel gehört mir. Sie werden doch ihr Wort halten’, sagte er zu meinem Vater. […] Meiner Mutter fiel das Tischbesteck aus der Hand. Wir Kinder haben zu weinen angefangen. Der Vater konnte nichts mehr essen.“ (Erinnerungen von Ferdinand von Miller jun.)

 

Ferdinand von Miller sen. hielt sich schließlich an sein Wort, setzte jedoch bestimmte Bedingungen für den Verkauf an Ludwig Brey per Vertrag durch: So mussten u. a. die gerade entstehenden Fresken des Malers Pechmann in der Inselkapelle fertig gestellt werden. Und wer die Bonifatiuslinde schlagen würde, müsste eine hohe Geldstrafe von 1000 Gulden an die Kirche in Seehausen bezahlen.

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