Die Legende um König Ludwig II. und den Bau von „Herrenstaffelsee“
Der
bayerische Märchenkönig Ludwig II. (1845-1886) war auf seinen
zahlreichen Reisen sehr oft Gast am Staffelsee. Einigen Erzählungen zu
Folge fand er, wie viele andere vor ihm, auch an der schönen Insel
Wörth Gefallen. Da er zeitgleich einen Bauplatz für ein neues Schloss
suchte, schien die Insel wie dafür gemacht: Das wäre doch ein
herrliches Fleckchen Erde für ein neues Schloss! So soll Ludwig II
angeblich im Murnauer Gasthaus „Post“ bereits erste Verhandlungen über
den Bau einer Kopie des berühmten Schlosses Versailles auf der Insel
Wörth geführt haben:
„In
jener Zeit spielten auch Pläne des Königs, eine Insel des Staffelsees
für seinen Schlossbau zu erwerben. Es ist klar, dass dessen Lage
zwischen Berg und Linderhof für den örtlichen Zusammenhang zyklischer
Königsschlösser sehr geeignet gewesen wäre. Ein Inselschloss lag dem
Bedürfnis des Königs nach Abschließung von der Außenwelt und nach
Einsamkeit ganz besonders.“
Doch soweit kam es – zum Glück oder Unglück für die Seehauser – nicht:
Nachdem würtembergische Holzhändler drohten, die Herreninsel im
Chiemsee abzuholzen, verlegte Ludwig II seinen Schlossbau wohl aus
Naturschutzgründen nach dort und ließ hier von 1878 – 1885 Schloss
Herrenchiemsee errichten.
Gerüchteweise war dies jedoch nicht
der einzige Grund für das Ende von Ludwigs Bauplänen: So soll einer
Seehauser Legende zu Folge der damalige Inseleigentümer Ludwig Brey
sich geweigert haben, die Wörth an den König zu verkaufen – und damit
den Bau von „Herrenstaffelsee“ verhindert haben. Ob dies jedoch auch
tatsächlich so stattfand, ist leider nicht belegt.
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