Die erste Besiedlung, die
Kelten, die Räter und die Römer
Bereits zur Bronzezeit
(2000 – 800 v. Chr.) waren die damals lebenden Menschen in der Lage, aus
Baumstämmen Boote zu bauen, mit denen sie Flüsse und Seen überqueren konnten.
So taten sie dies wahrscheinlich auch am Staffelsee, denn während der
Forschungsarbeiten in den 1990er Jahren wurden auf der Insel Wörth u. a. Tonscherben
aus dieser Zeit ausgegraben. Bereits zuvor hatte im Jahr 1962 ein Taucher ein
Bronzeschwert aus dieser Zeit zwischen
der Jakobsinsel und der Wörth geborgen. Diese archäologischen Funde beweisen
eine erste Besiedlung der Insel Wörth während der Bronzezeit.
Dagegen ist eine spätere Besiedlung
der Staffelseeregion in der Eisenzeit (ca. 800 v. Chr. – Christi Geburt) durch die
Kelten wissenschaftlich umstritten, wahrscheinlicher ist, dass in der Gegend
ein alpines Volk lebte, das die einfallenden Römer die „Räter“ nannten. Da
entsprechende Funde aus dieser Zeit rund um den Staffelsee bisher fehlen, ist jedoch
bis heute noch nicht endgültig geklärt, ob auf der Insel Wörth tatsächlich die Kelten
oder doch eher die Räter siedelten.
15 v. Chr. wurde
schließlich das bayerische Voralpenland von den Römern erobert und besiedelt,
aus dieser Zeit sind wieder archäologische Funde vorhanden. So bauten die Römer
im 4. und 5. Jahrhundert nach Chr. am Hügelplateau der Insel eine Befestigungsmauer
sowie Turmanlagen, u. a. um sich und die Zivilbevölkerung hier am Rande des
Römischen Reiches gegen die zunehmenden Angriffe der Germanen verteidigen zu
können. Die Siedlung auf der Insel war
jedoch wesentlich kleiner als beispielsweise die auf dem Moosberg im
Murnauer Moos, die sich in unmittelbarer Nähe zur Römerstraße befand.