Die Christianisierung und die Legende um Bonifatius
Nach
dem Rückzug der Römer im Jahr 488 zeugen die ersten Schriftquellen von
einer Besiedlung der Insel zur Zeit der Bajuwaren im 7. Jahrhundert n.
Chr. Bereits zu dieser Zeit verbreitete sich das Christentum unter der
Bevölkerung und mischte sich mit dem ursprünglichen heidnischen
Glauben. Neben anderen Siedlungsgebäuden stand im 7. Jahrhundert
bereits auch eine erste Kirche aus Stein auf der Insel Wörth, deren
Grundmauern jedoch bei Arbeiten für den Bau eines Klosters im 8.
Jahrhundert weitestgehend zerstört wurden. Überreste dieser ersten
Kirche sind jedoch auch noch heute in unmittelbarer Nähe zur jetzigen
Inselkapelle zu finden. In unmittelbarer Nähe fand man bei Ausgrabungen
auch eine bajuwarische Grabstätte.
Einer
Seehauser Legende zu Folge weihte der Missionar und Gelehrte Bonifatius
(672/675 – 754/755) die Insel Wörth im Jahr 742 dem christlichen
Glauben. Für diese Version der Geschichte gibt es jedoch leider keine
schriftliche Überlieferung, auch die Anwesenheit Bonifatius am
Staffelsee ist nicht belegbar. Viele Jahre gab es allerdings eine
uralte Bonifatiuslinde auf der Insel, die zwar 1945 durch einen
Blitzschlag zerstört wurde, jedoch durch eine Neupflanzung ersetzt
wurde. Verschiedenen mythischen Erzählungen zufolge sollen angeblich
Hexen auf ihrem Weg zum Blocksberg an der Bonifatiuslinde halt machen…